Archiv für Februar 2009

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spickmich.de mit Negativpreis getadelt

Freitag, 20. Februar 2009

Hannover (dpa) – Die Internetplattform «spickmich.de» ist auf der Bildungsmesse «didacta» mit dem Negativpreis «Nasser Schwamm» getadelt worden. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) verlieh den Preis am Donnerstag in Hannover symbolisch an die Macher der Seite, weil diese «Mobbing» und «mediale Hinrichtung» betrieben. «spickmich.de» ist eine interaktive Plattform, auf der Schüler ihre Lehrer benoten und beurteilen können.

«Der VBE wendet sich entschieden gegen Aburteilungen von Lehrerinnen und Lehrern, die auf Stimmungslagen und Meinungsmache beruhen», teilte der Verband mit. Nach Ansicht des VBE werde die Seite zunehmend missbraucht. Lehrer seien in einigen gesellschaftlichen Bereichen zu Freiwild geworden, sagte der VBE-Vorsitzende Ludwig Eckinger. Der Negativpreis «Nasser Schwamm» wurde zum fünften Mal vergeben. Im vergangenen Jahr hatte ihn Dieter Bohlen in seiner Funktion als Juror bei «Deutschland sucht den Superstar» erhalten.

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Experte: Bachelor-Studenten brauchen zuneh- mend psychologische Hilfe

Sonntag, 15. Februar 2009

Münster (dpa) – Der neue Leistungsdruck beim Bachelor-Abschluss löst bei Studenten immer häufiger seelische Probleme aus. Rund drei Jahre nach Einführung der straff geregelten Studienordnung an nordrhein-westfälischen Universitäten zeigten sich die langfristigen Folgen, sagte der psychologische Berater der Zentralen Studienberatung der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster, Volker Koscielny, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Ganz fatal ist, dass jedes Bisschen abgeprüft werden muss.» Das belaste besonders Studenten mit Leistungsängsten.

Die hohe Anzahl der Prüfungen bezeichnete der Hochschulpsychologe als «extrem übertrieben». Stattdessen sprach er sich für «mehr Freiwilligkeit bei der Anwesenheit in den Seminaren» aus. Eine freiere Zeiteinteilung sei gerade für jene Hochschüler wichtig, die sich ihr Studium durch eine Nebentätigkeit finanzieren müssen. «Berufstätige Studenten haben jetzt mehr Probleme als in den alten Studiengängen.» Ein Nebenjob werde durch die hohe zeitliche Belastung im Bachelor erschwert. Nach Einschätzung des Experten könne das dazu führen, dass «soziale Selektion stattfindet». Da in der neuen Studienordnung vom ersten Semester an jede Note wichtig sei, stünden die Studenten bereits zu Studienbeginn unter großem Druck.

Viele Bachelor-Studenten litten unter Depressivität oder daran, «vor lauter Angst» nicht lernen zu können. Während früher eher Mediziner und Juristen über «akute Verzweiflungszustände» geklagt hätten, kämen seit dem Bachelor deutlich mehr Geisteswissenschaftler zur Beratung. «Jeder fünfte Hilfesuchende braucht neben der Beratung eine professionelle Psychotherapie», sagte Koscielny. Ferner sehe er Bedarf an mehr Fachleuten in der psychologischen Beratungsstelle der Uni. Dazu fehle jedoch das Geld. 2008 hätten allein an der WWU 850 Studierende wegen seelischer Probleme Hilfe gesucht, rund 30 mehr als im Jahr davor.

Wichtig sei vor allem eine «solidarische Haltung unter den Studierenden». «Der Studiengang kann jemanden so absorbieren, dass er keine Zeit mehr hat, soziale Kontakte aufzubauen. Das führt dann zu psychischen Problemen», sagte der Psychologe. Verstärkt unterstütze die Zentrale Studienberatung daher die Arbeit von studentischen Selbsthilfegruppen.

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Staat gibt etwas mehr Geld für Schüler aus

Samstag, 7. Februar 2009

4900 Euro gibt der Staat im Durchschnitt für einen Schüler aus. Für einen Grundschüler investierte er zuletzt durchschnittlich 4100 Euro, für einen Gymnasiasten mehr als 5500 Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2006. Insgesamt wurden pro Schüler 200 Euro mehr als im Vorjahr ausgegeben. Darin sind Personalkosten, Sachmittel und Investitionen an den Gebäuden enthalten.

Am höchsten sind die Ausgaben für die Förderschulen mit bis zu 12 800 Euro pro Schüler, weil dort die Lerngruppen deutlich kleiner sind als an anderen Schulen. Besonders niedrig waren die Ausgaben für Berufsschüler mit durchschnittlich 2200 Euro. Die Jugendlichen haben zumeist aber auch nur Teilzeit-Unterricht.

Hauptkostenpunkt sind die Lehrer mit im Bundesdurchschnitt 3900 Euro pro Schüler. Die übrigen 1000 Euro entfallen unter anderem auf die Gebäude und Schulbücher.

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Baden-Württemberger Lehrerin verliert Kopf- tuch-Prozess endgültig

Sonntag, 1. Februar 2009

Eine zum Islam konvertierte Lehrerin darf in Baden-Württemberg endgültig nicht mehr mit Kopftuch unterrichten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden und damit das Schulgesetz des Landes für verfassungsgemäß erklärt. Die höchsten deutschen Verwaltungsrichter bestätigten damit ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) vom März 2008, teilte das Gericht in Mannheim am Montag mit. Das baden-württembergische Gesetz schreibt vor, dass «in der Schule religiöse äußere Bekundungen zu unterlassen» sind. Dies wollte die Lehrerin nicht akzeptieren (AZ.: 2 B 46.08).

Die VGH-Richter hatten keine Rechtsmittel gegen ihr Urteil zugelassen. Mit einer sogenannten Nichtzulassungsbeschwerde wollte die Lehrerin erreichen, dass sich die Bundesrichter gleichwohl mit der Sache befassen. Dies lehnten diese mit dem Beschluss vom Dezember 2008 ab.