Kurt Beck forderte die CDU-regierten Länder dazu auf, die Studiengebühren abzuschaffen. «Deutschland kann seinen Wohlstand angesichts des einsetzenden Fachkräftemangels nur bewahren, wenn es gute Bildung für alle bietet und diese nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig macht», sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Weiter sagte er, die Gesellschaft könne es sich «schlicht nicht leisten, Talente und Fähigkeiten junger Menschen ungenutzt zu vergeuden. Das hat etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun, aber auch mit ökonomischer Vernunft.» Dabei stütz er sich auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Immer mehr Abiturienten verzichten auf ein Studium – vor allem in Ländern mit Studiengebühren.
Beck fügte mit Blick auf unionsregierte Länder hinzu: «Mich wundert es auch, wie man eine Verkürzung der Schulzeit beschließen kann, ohne sich darum zu kümmern, wie Schüler, Lehrer und Eltern es bewältigen sollen, denselben Stoff in kürzerer Zeit zu bewältigen.»
Spickzettel: Es ist ja wohl natürlich, dass zwischen den Parteien Unterschiede bestehen. Doch hier zweifelt Beck die gesamte Bildungspolitik der CDU an. Man möchte es nun als Wertung bezeichnen, doch man (für Baden-Württemberg trifft das in erster Linie Herr Rau [CDU]) sollte sich die Kritik von Beck sich zumindest anhören und darüber nachdenken, statt sie, wie so oft, gleich wieder zurückzuweisen. Wenigsten hier sollte das Wohlergehen des Studenten, bzw. des Schülers der einzige Drund für Entscheidungen sein und kein parteipolitisches Kalkül.
Spickzettel #2: Bevor die Meldung untergeht, sollte man sie hier noch anhängen: Der wohl einzige Student mit Realschulabschluss und zudem noch Ex-Ministerpräsident – die Rede ist also von Erwin Teufel – hat sein Studium ohne Abschluss beendet. Er betont allerdings, dass er nie einen Abschluss angestrebt habe und möchte auch kein öffentliches Resumee über seine Zeit als Student ziehen. Was es bringt ein Studium zu Beginnen, ohne das Ziel einen Abschluss zu machen, muss wohl nicht einleuchten. Dass Teufel kein Resumee zieht, mag am zustand der Uni gelegen haben, zumindest wäre das ausnahmsweise mal einleuchtend.


