Archiv für Oktober 2007

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Schavan bekräftigt Forderung nach Zentralabitur

Samstag, 20. Oktober 2007

Berlin/Frankfurt/Main (dpa) – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hält an ihrer Forderung nach einem Zentralabitur fest. «Die Vereinbarung über einheitliche Bildungsstandards kann nur ein erster Schritt sein auf dem Weg zu einem einheitlichen Abitur», sagte sie der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Die «zögerliche Haltung einzelner Länder» verstehe sie nicht.

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (CDU) widersprach Schavan. Ein bundesweit einheitliches Zentralabitur werde einen immensen organisatorischen und logistischen Aufwand mit sich bringen. «So wären einheitliche Prüfungstermine notwendig, und die würden wiederum einheitliche Ferientermine in allen 16 Bundesländern bedingen», sagte Sommer.

Am Mittwoch hatte die Kultusministerkonferenz beschlossen, einheitliche Bildungsstandards in den Schuljahren vor der
Reifeprüfung einzuführen. Sie lehnten damit die Forderung von Bundesbildungsministerin Schavan nach Einführung eines
bundesweiten Zentralabiturs ab.

 Spickzettel: Was diese Bildungsstandards tatsächlich beinhalten dürfen, ist allerdings noch nicht entschieden. So wurde auch nur ein Antrag auf „Entwicklung von Standards für die Abiturprüfung“ verabschiedet, die von Frau Schavan geforderte Reform die ein Zentralabitur in Deutschland mit sich bringen würde hört sich aber irgendwie anders an. Man kann wiedereinmal folgern: Punktsieg für die Bildungshoheit der Länder.

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Gericht: Studentinnen können nichts für Omas Konten

Freitag, 19. Oktober 2007

Göttingen (dpa) – Bafög-Empfänger können nicht dafür haftbar gemacht werden, wenn Verwandte Sparbücher auf ihren Namen anlegen. Dies gilt zumindest, wenn sie nicht wissen, dass sie Inhaber dieser Sparbücher sind. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen in einem am Freitag veröffentlichte Urteil entschieden (Az: 2 A 144/06). Zwei
Studentinnen sollten jeweils 4000 Euro Bafög an die Universität Göttingen zurück zahlen, weil sie formal Inhaber von Sparbüchern mit 8000 und 12 000 Euro waren. Die Großmutter hatte das Geld angespart und keine Auskunft über die Konten gegeben. Die Studentinnen sollten das Geld zur Hochzeit bekommen.

Spickzettel: Andersherum gesehen: Können Studenten etwas dafür, wenn sie sich die 500€ Studiengebühr nicht leisten können, weil die Oma eben kein Konto angelegt hat?

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Grüne gegen Studiengebühren: «Campus-Maut in Ländern abschaffen»

Samstag, 13. Oktober 2007

Berlin (dpa) – Die Bundestagsfraktion der Grünen hat vor Beginn des Wintersemesters die Studiengebühren in sieben Bundesländern als «hochschulpolitischen Sündenfall» kritisiert. «Studiengebühren wirken sozial selektiv, schrecken ab und grenzen aus. Daher fordern wir die Landesregierungen auf, die Studiengebühren wieder abzuschaffen», heißt es in einem Appell von Hochschulexperten der Grünen aus Bund und Ländern. Es seien bundesweit rund 70 Prozent der Studenten von der «ungerechten Campus-Maut» betroffen, teilte der hochschulpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Kai Gehring, mit.

Gebühren schreckten junge Leute vom Studium ab und verschlimmerten das soziale Gefälle. Dabei sei die Studienanfängerquote von Akademikerkindern schon heute mit 83 Prozent dreieinhalb Mal so hoch wie von Nicht-Akademikerkindern, kritisieren die Grünen. Eltern mit wenig Geld könnten 1000 Euro Studiengebühren pro Jahr für ihr Kind nicht aus der Portokasse zahlen. Studienkredite von Banken seien keine Lösung, sondern belasteten junge Menschen mit Schuldenbergen.

Hielten die Länder trotz des Akademikermangels an den Gebühren fest, sollten zumindest Abiturienten aus sozial schwachen Familien und Begabte besonders gefördert werden. Die Grünen fordern flächendeckend Stipendien. Die bekämen aktuell weniger als zwei Prozent aller Studierenden: «Deutschland ist in dieser Frage ein hochschulpolitisches Entwicklungsland. Wo bleiben die Stipendien- Programme der Länder? Was macht der Bund? Wird die Wirtschaf wortbrüchig?», heißt es in dem Aufruf.

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Studie: 40 Prozent der Studenten klagen über unsicherer Finanzierung

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Berlin/Halle (dpa) – 40 Prozent der Studenten klagen laut einer Studie über die unsichere Finanzierung ihres Studiums. Das sei keine gute Grundlage für eine erfolgreiche Bildungspolitik und halte junge Menschen aus einkommensschwachen Elternhäusern vom Studium ab, sagte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes (DSW), Achim Meyer auf der Heyde, am Donnerstag laut Mitteilung bei einer Tagung in Halle. Der Bafög-Satz müsse so schnell wie möglich um mindestens 10 Prozent angehoben werden. Nur so könne verhindert werden, dass der Bildungserfolg in Deutschland weiter von der sozialen Herkunft abhänge.

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NRW und die Studiengebühren

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Oberverwaltungsgericht entscheidet über Studiengebühren

Münster (dpa) – Das Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen verhandelt seit Dienstagvormittag über die Klage von Studenten gegen die Einführung von Studiengebühren. Es ist bundesweit die erste Klage zu Studiengebühren vor einem Oberverwaltungsgericht. Geklagt hatten Studierende gegen die Universität Paderborn. Sie hatten in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Minden eine Niederlage erlitten. Das Gericht machte die Einführung von 500 Euro Gebühr pro Semester frei. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung für alle Studenten in NRW ließ das Gericht die Berufung ausdrücklich zu. Mit einem Urteil wird noch am Dienstag gerechnet.

Das war heute morgen um 11:49.

Oberverwaltungsgericht erklärt Studiengebühren für rechtens

Münster (dpa) – Studiengebühren sind erstmals in Deutschland auf der Ebene eines Oberverwaltungsgerichtes für rechtens erklärt worden. Das Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen in Münster wies am Dienstag die Berufung von Paderborner Studenten gegen ein erstinstanzliches Urteil des Verwaltungsgerichtes Minden ab. Damit dürfen die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen weiterhin von ihren Studenten Studiengebühren erheben. Derzeit tun das 28 von 33 Hochschulen im Land. Die Gebühren liegen pro Semester zwischen 275 Euro und der gesetzlichen Höchstgrenze von 500 Euro.

Das war heute mittag um 12:39.

Spickzettel: Es ist also rechtens, dass Studenten für ihr Studium bis zu 500€ pro Semester bezahlen müssen. Und somit blieb auch die Argumentation der Studenten, die auf den UNO-Sozialpakt (Dieser Packt sichert kostenlosen Zugang zu Hochschulbildung) und auf das Recht zur freien Wahl der Ausbildungsstätte anspielten, erfolglos. Nach Ansicht der Richter ist der UNO-Sozialpakt nicht dazu geeignet in nationales Recht umgewandelt zu werden und durch günstige Kredite der Zugang zur Hochschule gesichert. Die Studenten wollen aber gegen dieses Urteil eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegen.

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Bildungsexperte plädiert für Abschaffung der Hauptschule

Samstag, 6. Oktober 2007

Dortmund (dpa) – Der Dortmunder Bildungsforscher Ernst Rösner hat sich für die Abschaffung der noch rund 5000 Hauptschulen ausgesprochen. «Der Besuch der Hauptschule bietet den Jugendlichen realistischerweise keine Berufs- und Lebenschancen», sagte Rösner der Deutschen Presse-Agentur dpa in Dortmund. So seien etwa die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, selbst mit einem Abschluss dieses Bildungsgangs sehr schlecht. Für Hauptschüler kämen de facto nur noch rund 20 von insgesamt 350 Ausbildungsberufen in Frage, sagte der Experte des Instituts für Schulentwicklungsforschung.

Spickzettel:
Von der Abschaffung der Hauptschulen dürften wir in Baden-Württemberg aber noch weit entfernt sein, denn nicht zuletzt unser Kultusminister Helmut Rau verteidigt diese Einrichtung vehement gegen ihre Kritiker.

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Am 5. Oktober: Internationaler Tag des Lehrers

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Hamburg (dpa) – Der Internationale Tag des Lehrers soll an die wichtige Rolle der Pädagogen bei der Ausbildung der jungen Generation erinnern. In diesem Jahr steht er unter dem Motto «Bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer – bessere Lernbedingungen für Schüler». Ins Leben gerufen wurde der Tag 1993 von der UNESCO. Ein Jahr später wurde er bei der internationalen Bildungskonferenz in Genf zum ersten Mal begangen. Der 5. Oktober wurde deshalb ausgewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1966 eine Konferenz von UNESCO und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) stattfand, wo die Bedeutung des Lehrerstandes betont wurde.

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Immer ältere Lehrer in den Klassenzimmern – Mehr Frauen

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Wiesbaden (dpa) – In Deutschlands Klassenzimmern stehen immer ältere Lehrer. Außerdem gibt es immer mehr Frauen und Teilzeitkräfte in den Kollegien. Die 792 000 Lehrer waren im vergangenen Schuljahr durchschnittlich 48,1 Jahre alt und damit 0,8 Jahre älter als noch sechs Jahre zuvor, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit, einen Tag vor dem internationalen Tag des Lehrers. Der Frauenanteil kletterte im Vergleichszeitraum um drei Prozentpunkte auf fast zwei Drittel, der der Teilzeitkräfte legte um 3,6 Punkte auf 40 Prozent zu.