Berlin/Frankfurt/Main (dpa) – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hält an ihrer Forderung nach einem Zentralabitur fest. «Die Vereinbarung über einheitliche Bildungsstandards kann nur ein erster Schritt sein auf dem Weg zu einem einheitlichen Abitur», sagte sie der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Die «zögerliche Haltung einzelner Länder» verstehe sie nicht.
Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (CDU) widersprach Schavan. Ein bundesweit einheitliches Zentralabitur werde einen immensen organisatorischen und logistischen Aufwand mit sich bringen. «So wären einheitliche Prüfungstermine notwendig, und die würden wiederum einheitliche Ferientermine in allen 16 Bundesländern bedingen», sagte Sommer.
Am Mittwoch hatte die Kultusministerkonferenz beschlossen, einheitliche Bildungsstandards in den Schuljahren vor der
Reifeprüfung einzuführen. Sie lehnten damit die Forderung von Bundesbildungsministerin Schavan nach Einführung eines
bundesweiten Zentralabiturs ab.
Spickzettel: Was diese Bildungsstandards tatsächlich beinhalten dürfen, ist allerdings noch nicht entschieden. So wurde auch nur ein Antrag auf „Entwicklung von Standards für die Abiturprüfung“ verabschiedet, die von Frau Schavan geforderte Reform die ein Zentralabitur in Deutschland mit sich bringen würde hört sich aber irgendwie anders an. Man kann wiedereinmal folgern: Punktsieg für die Bildungshoheit der Länder.


