Archiv für April 2007

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Zwei Schüler am Haken? – Verfahren gegen Lehrerin eingestellt

Dienstag, 24. April 2007

Hamburg (dpa) – Das Hamburger Landgericht hat das Verfahren gegen eine Gesamtschullehrerin wegen der angeblichen Misshandlung zweier Schüler eingestellt. Die 55-jährige Pädagogin soll laut Anklage die elf und zwölf Jahre alten Jungen während einer Sportstunde zur Strafe mit einem Baumwollband an einen Kleiderhaken gehängt haben. Diese Vorwürfe hatte die Lehrerin bestritten. Am dritten Tag der Berufungsverhandlung stimmten am Dienstag alle Prozessbeteiligten dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft zu, dass Verfahren einzustellen.
«Ich möchte, dass es zu Ende ist. Für mich und meine Familie ist das Verfahren seit eineinhalb Jahren eine unglaubliche Belastung», begründete die Pädagogin ihr Einverständnis. Vor dem Amtsgericht war die Lehrerin im vergangenen September wegen Zweifeln an ihrer Schuld freigesprochen worden. Dagegen waren die Eltern der Jungen in Berufung gegangen.

Die beiden Schüler hatten sich im Sportunterricht mit einem Band zusammengebunden und herumgealbert. Weil sie dabei ein Spiel der Mitschüler störten, hatte die Lehrerin die Jungen an dem Band in die Umkleidekabine geführt. Dort soll sie nach Angaben der Schüler die beiden dann so an einen Kleiderhaken gehängt haben, dass die an der Brust umschnürten Jungen für kurze Zeit auf Zehenspitzen stehen mussten. Verletzt wurden die Schüler nicht.

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«Wozu noch Französisch?» – Streit um Pflichtsprache an Badens Schulen

Montag, 9. April 2007

Karlsruhe (dpa) – Ob am Computer, in Konzernen oder auf internationalen Konferenzen – die globalisierte Welt spricht Englisch. Andere Sprachen haben da einen schweren Stand. Französisch zum Beispiel, das bundesweit an den Schulen stagniert. Nur in Baden- Württemberg ticken die Uhren anders: Hier wird die Zahl der Schüler, die Französisch lernen, demnächst weiter zunehmen. Das Stuttgarter Kultusministerium will im Herbst an der Grenze zum Elsass Französisch als erste Pflichtfremdsprache an den badischen Gymnasien einführen – gegen den heftigen Protest vieler Eltern, Schüler, Lehrer und Regionalpolitiker.
An den Grundschulen zwischen Lörrach und Karlsruhe wird schon Französisch gelehrt. Aus Sicht von Baden- Württembergs Kultusminister Helmut Rau (CDU) erleichtert das den Kindern den Weg in die Mehrsprachigkeit. Außerdem verweist er auf bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, wenn Schüler die Sprache des Nachbarn lernen. «Wer sich Zugang zu anderen Kulturen eröffnen möchte, sollte mehrere Sprachen benutzen können. Englisch wird nicht die allgemeine Umgangssprache Europas werden», argumentiert Rau.

Die meisten Schüler in Europa lernen nach einer Studie der EU- Kommission aus dem Jahr 2005 freilich längst Englisch. Etwa jeder zweite Grundschüler lernt an Europas Schulen die Weltsprache, an den weiterführenden Schulen sogar 90 Prozent. Nur jeweils ein Viertel aller jungen Europäer lernt auch Deutsch oder Französisch. An deutschen Schulen lernten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2005/2006 knapp 7,6 Millionen Kinder und Jugendliche Englisch und 1,7 Millionen Französisch. Während Englisch immer beliebter wird, bleiben die Zahlen bei Französisch auf diesem Niveau. «Der Spiegel» fragte angesichts des großen Interesses an der ebenfalls boomenden Sprache Chinesisch jüngst provokant: «Wozu nach Französisch?»

«Wir müssen unsere Kinder fit für den Weltmarkt machen und nicht nur für die Nachbarregion», sagt denn auch die Chefin des Landeselternbeirats Baden-Württemberg, Christiane Staab. Sie fürchtet, dass badische Kinder durch die Französischpflicht zu spät Englisch lernen – zumal die Schüler im restlichen Baden-Württemberg die Weltsprache schon in der Grundschule haben. Kultusminister Rau versteht die Aufregung nicht: «Es besteht überhaupt keine Gefahr, dass Schüler in Baden nicht angemessen Englisch lernen.» Das sehen auch viele Sprachwissenschaftler so: «Englisch lernt sich für deutsche Sprecher eindeutig leichter. Insofern ist der Beginn mit Französisch für Badens Schüler eher ein Vorteil», sagt Professor Gerald Schlemminger von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.

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Rüttgers: Bei Bafög-Erhöhung auch Meister-Bafög anheben

Samstag, 7. April 2007

Düsseldorf (dpa) – In der Diskussion um eine Bafög-Erhöhung für Studenten dringt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) auch auf höhere Zahlungen beim Meister-Bafög. «Für mich gilt der Grundsatz der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung», sagte er am Samstag in Düsseldorf.
Das Meister-Bafög ist ein staatliches Darlehen. Damit werden Handwerker gefördert, die ihren Meister machen wollen. Es werden aber auch andere Fachleute unterstützt, die sich auf eine vergleichbare Qualifikation vorbereiten.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will sich bei den Haushaltsverhandlungen für eine Bafög-Erhöhung im Jahr 2008 einsetzen. Auch das SPD-Präsidium hatte für eine Anhebung der Ausbildungsförderung für Schüler und Studierende votiert.

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83 Prozent bezweifeln sinnvollen Einsatz von Studiengebühren

Freitag, 6. April 2007

Berlin (dpa) – 83 Prozent der Studenten bezweifeln, dass die von ihnen in fünf Bundesländern bezahlten Studiengebühren «tatsächlich für eine bessere Ausbildung verwendet werden». Ein etwa gleich großer Anteil fühlt sich von seiner Hochschule nicht ausreichend über die zusätzlichen Einnahmen informiert. Dies zeigt eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der «Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft». Befragt wurden 1000 Studierende in den fünf Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, in denen Gebühren bereits erhoben werden. Hessen und das Saarland wollen ab Herbst Studiengebühren einführen.
Studiengebühren sind weiterhin unpopulär: 67 Prozent aller Befragten lehnen sie ab. Zugleich wollen aber 90 Prozent der Zahler mehr Mitsprache darüber, wie die Gebühren an ihren Hochschulen eingesetzt werden. 77 Prozent fordern angesichts der zusätzlichen Einnahmen von ihrer Hochschule zudem mehr Leistungen und Angebote.

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Aufregung wegen Fehlers bei erstem Zentral-Abitur an Rhein und Ruhr

Mittwoch, 4. April 2007

Düsseldorf/Berlin (dpa) – Alles menschliche Tun, so wusste es der große Barockdichter Hofmann von Hofmannswaldau, ist fehlerhaft und vergänglich. Dass nun aber ausgerechnet einer seiner Texte beim ersten Zentral-Abitur in Nordrhein-Westfalen Schüler auf die falsche Fährte brachte, darüber hätte der Dichter sicherlich geschmunzelt. Eine einzige falsche Silbe, die sich irrtümlich in die Schulbuchfassung seines Sonetts eingeschlichen hatte, hat Lehrern, Schülern, Eltern und Abi-Verantwortlichen zwischen Rhein und Weser ziemliches Kopfzerbrechen bereitet.
Ein findiger Deutschlehrer der Gesamtschule Troisdorf bei Bonn hatte bereits 30 Minuten nach Testbeginn bemerkt, dass in dem von den Abiturienten zu interpretierenden Gedicht mit dem Titel «Vergänglichkeit der Schönheit» etwas nicht stimmte. Statt der Wendung «gemeines Band» tauchte ein falsches «gemeinsam Band» auf.

Der erfahrene Pädagoge meldete nach Angaben der Schulleitung von Mittwoch seine Entdeckung sofort, das Abitur wurde aber mit dem «falschen» Text fortgesetzt. Es wäre unmöglich gewesen, nach Prüfungsbeginn an hunderten Schulen auf philologische Exaktheit zu pochen und die Aufgabe noch zu ändern, sagte Schulleiter Joachim Thomas der dpa. «Das Chaos, was ausgebrochen wäre, ist nicht vorstellbar».

Durch einen «simplen Tippfehler» bei der Texterfassung des Gedichtbandes sei der peinliche Fehler entstanden, entschuldigte sich der auf Schulbücher spezialisierte Verlag in Berlin. «Dass es solche Kreise zieht, ist sehr bedauerlich.» Natürlich werde in künftigen Auflagen der Text des von hoch angesehenen Germanisten erarbeiteten Buches wieder korrekt erscheinen. Und schließlich sei es ja lediglich um eine Abiturprüfung und keine wissenschaftliche Forschung gegangen.

Wie viele der rund 64 000 Abiturienten in Nordrhein-Westfalen sich in ihrer Prüfung ausgerechnet das Gedicht des Breslauer Barocklyrikers vorgeknöpft hatten, ist nach Aussagen des Schulministeriums in Düsseldorf nicht zu ermitteln. Aber kein Schüler müsse befürchten, «dass es deshalb eine schlechte Note gibt», beruhigte Schulministerin Barbara Sommer (CDU).