Archiv für März 2007

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SPD-Spitze für «große Bafög-Reform» mit höheren Leistungen

Montag, 26. März 2007

Berlin (dpa) – Die SPD-Spitze hat sich für eine «große Bafög- Reform» ausgesprochen. Sowohl die Fördersätze als auch die Elternfreibeträge müssten spürbar erhöht werden, beschloss der Parteivorstand am Montag einstimmig in Berlin. Auch der Kreis der Bafög-Berechtigten solle erweitert werden.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil verwies darauf, dass das Bafög seit 2001 nicht mehr an die Inflationsrate angepasst worden und damit faktisch gesunken sei. Durch die in CDU-geführten Ländern erhobenen Gebühren würden Studierwillige aus einkommensschwächeren Schichten von einem Studium abgeschreckt. Um diese Tendenz zu stoppen, sei jetzt ein «großer Schritt» unverzichtbar. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat eine «kleine Bafög-Novelle» vorgelegt, die keine Erhöhung der Fördersätze vorsieht.

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Muñoz: Deutsche Schule benachteiligt Migranten und Behinderte

Mittwoch, 21. März 2007

Berlin (dpa) – UN-Menschenrechtsinspektor Vernor Muñoz sieht im deutschen Schulsystem die Chancengleichheit von Migrantenkindern und Behinderten als nicht gewährleistet an. Im ARD-«Morgenmagazin» verwies Muñoz am Mittwoch zugleich auf Bildungsnachteile für arme Kinder in Deutschland. Die weltweite PISA-Studie habe die ausgeprägte Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg belegt.
Muñoz wird an diesem Vormittag bei der 4. Vollversammlung des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen in Genf offiziell den Bericht über seinen Deutschlandbesuch vorlegen.

Der UN-Menschenrechtsexperte sagte in der ARD weiter, er bitte die Bundesregierung in seinem Bericht, durch weitere Forschungen zu untersuchen, ob die Zergliederung des deutschen Schulsystems in Haupt- und Realschule sowie Gymnasium und die frühe Aufteilung von zehnjährigen Kindern auf diese Schulformen die Ursache für die fehlende Chancengleichheit sei. Auf Nachfrage sagte Muñoz, dass diese Untersuchungen «nicht zwangsläufig» zu einer Abschaffung dieses Systems führen müssten.

Muñoz wies den Vorwurf zurück, sein Bericht enthalte sachlich falsche Feststellungen. Er habe der Bundesregierung vorab ein Arbeitsdokument zur Verfügung gestellt, dass leider den Medien bekannt geworden sei. Logische Anmerkungen der Regierung seien in dem jetzt vorliegenden Hauptbericht berücksichtigt worden.

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Lehrer sammelt 5000 Spickzettel in vier Jahrzehnten

Donnerstag, 15. März 2007

Nürnberg (dpa) – Etwa 5000 Spickzettel, Kritzeleien, Karikaturen und Briefchen von Schülern hat der Nürnberger Mathematiklehrer Günter Hessenauer in vier Jahrzehnten an seiner Schule gesammelt. Das «einzigartige Zeugnis schulischer Subkultur» werde an der Schulgeschichtlichen Sammlung der Universität Erlangen-Nürnberg seine Heimat finden, teilte die Hochschule am Donnerstag mit. Eine Auswahl der Spickzettel soll außerdem von Oktober an im Schulmuseum Nürnberg gezeigt werden. Die Objekte böten einen einzigartigen Zugang zur «Innenwelt des Klassenzimmers», zu den Gedanken, Gefühlen, Freuden und Sorgen der Schüler, hieß es.

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Große Mehrheit der Eltern für einheitliches Schulsystem

Dienstag, 6. März 2007

Berlin (dpa) – 85,6 Prozent der Eltern plädieren für mehr Einheitlichkeit im deutschen Schulsystem. Dies wünschen sich nach einer Infratest-Umfrage auch 82,9 Prozent der Personalchefs sowie 74,8 Prozent der Lehrer, berichtet das Bildungsmagazin «Focus Schule». In der Umfrage waren mehr als 1800 Eltern, Lehrer und Personalverantwortliche befragt worden. Auftraggeber waren «Focus» und das Softwareunternehmen Microsoft.
Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), sagte dazu dem Magazin: «Ich bin ein Verfechter von eher wenigen, aber zwischen den Ländern verbindlich vereinbarten Bildungszielen.» Wirtschaft und Hochschulen sollten sich darauf verlassen können, «was die Schulabgänger an Kenntnissen mitbringen.» Mit Blick auf die Klagen der Wirtschaft über nachlassende Ausbildungsfähigkeit riet Zöllner, «die Kirche im Dorf zu lassen». «Es ist der Wirtschaft zuzumuten, für ihre speziellen Fachbedürfnisse eventuelle Wissenslücken selbst zu schließen.